Ein Auftrag als Vortragender führte mich die letzten Tage in das Fürstentum an der Cote d´ Azur. Monaco, wer kennt es nicht, das Reich der Schönen und Reichen und auch im trüben Jänner glitzert und glamourt es überall, um das Wort dekadent nicht in den Mund zu nehmen… In Zeiten, wie diesen stimmt mich diese Stimmung rund um Prunk und Reichtum doch auch etwas bedenklich. Ein Taxifahrer erzählt mir, im Hafen stehen Yachten im Gesamtwert des BNP von allen 5 afrikanischen Staaten… Doch auch ich habe lang, lange gespart und leiste mir am Rande des Jobs einen Prosecco zum Schnäppchenpreis von Euro 17.– Mit den restlichen 6 Euro gönne ich mir eine Tüte Popcorn und geniesse das wohl einmalige Highlight meines Businesstrips: Die Gala mit Preisverleihung des Golden Clowns beim 33. Zirkusfestival von Monte Carlo. Eendlich mal keine Zauberei, sonderrn echte Künstler
Nun zu den Details: Wüsste man es nicht besser an diesem milden monegassischen Januarabend, man könnte meinen, im Jachthafen von Fontvieille rotte sich eine Horde Fußballfans im Pelzmantel zusammen. Fast jeder hat sich über die Abendgarderobe einen gelb-weißen Schal gehängt, aufdringlich baumelt das Frottee über Samt und Kaschmir. Im Hintergrund, an einer mächtigen Hotelfassade, blinken Lichterketten so bunt, als meinte man, sie hätten vergessen, die Christbaumbeleuchtung abzumontieren… . Erst ein genauerer Blick auf die Schals erklärt, was los ist: „33. Festival International du Cirque“ steht da. Prinzessin Stéphanie von Monaco, Schirmherrin des Spektakels, hat eingeladen. Wie jedes Jahr haben die besten Artisten der Welt dem Folge geleistet. Zehn Tage lang, vom 15. bis 25. Jänner, bestimmen sie das Stadtbild von Monte Carlo und wirbeln im Wetteifer um den goldenen, silbernen und bronzenen Clown das sonst so elitäre Leben durcheinander – und ich mitten drin und dazu noch am Galaabend live dabei – ich freu´mich!! Die Clown-Trophäen, auch ,,Oscars der Artisten‘‘ genannt, sind die höchsten Auszeichnungen der Zirkusbranche. Ihre Verleihung stößt inzwischen auf Interesse aus der ganzen Welt. Neben uns filmt ein russisches Kamerateam, – ich zähle übrigens insgesamt 5 weitere TV- Stationen – und unter Trommelwirbel erscheint Prinzessin Stefanie im kleinen Schwarzen (und wenn ich schreibe „kleines Schwarzes“ dann meine ich das auch so
), von uns gleich liebevoll Steffie genannt, die Zirkusareana. Es geht los! die längste Gala meines Lebens, fast 5 Stunden, – nimmt ihren Lauf. Was da geboten wird grenzt wirklich ans Übermenschliche: 5 fache Saltis, neue Techniken, irre Ideen, sensationellen Choreografien und, und, und. Hier sind die Meister der Meister am Werken: Flight of Passion, eine Seilnummer voller romantischer Anmut!

Oder der Franco Kanadier Dominic Lacasse, ein Stangenakrobat mit einer Kraftnummer in Zeitlupe! Natürlich dürfen hier bei der Mega Show die Clowns nicht fehlen. Herausragend Housch Ma Housch, minimalistisch, grotesk und soooooo lustig!

Diese sind nur ein paar künstlerische Beispiele für einen sensationellen Zirkusabend. Wer einmal die Gelegenheit hat, im Jänner in Monaco zu sein, dem kann ich dieses circensische Erlebnis nur wärmstens empfehlen.
Romi